Aktuelles

Traurige Nachricht aus Yangon

Am 14.4. erhielten wir die traurige Nachricht, dass Thandar Pyu -langjährige Mitarbeiterin im Team der Welthungerhilfe in Yangon- verstorben ist. Thandar hat seit Jahren unsere Projekte mitkonzipiert, umgesetzt und sorgfältig dokumentiert. Zu meinen Besuchen in Htan Tabin hat sie mich stets begleitet und die Gespräche mir dem Dorfkommitee gedolmetscht. Sie war sehr engagiert, umsichtig, einfallsreich und vermittelnd. Eine verläßliche Begleiterin, wie ich sie mir nicht besser hätte wünschen können. Ich werde sie sehr vermissen.

 

Ausblick auf 2022

Wir sind froh, in 2022 wieder zum eigentlichen Zweck unseres Engagements in Myanmar zurückkehren zu können, nämlich Armutsbekämpfung, Verbesserung der Gesundheitsversorgung und  Förderung beruflicher Bildung. Unsere Vorhaben finden Sie unter Projekte I-VI. 

Wir hoffen sehr, daß die Maßnahmen sich trotz der nach wie vor schwierigen Situation durchführen lassen.

 

Rückblick auf das Jahr 2021

Das Jahr 2021 begann insofern verheißungsvoll, da sich nach den strengen Corona Maßnahmen das Alltagsleben schrittweise wieder zu normalisieren begann.

Der Militärputsch vom 1. Februar kam dann für die einen völlig überraschend, für andere war er vorhersehbar. Seitdem befindet sich das Land in einem permanenten Ausnahmezustand.

Das Militär versucht, mit brutaler Gewalt die Kontrolle über das Land zu gewinnen, was ihm bislang nicht gelungen ist. Große Teile der Bevölkerung widersetzen sich dem durch Streiks, Boykotte und Demonstrationen; andere haben sich bewaffnet, greifen Militärstützpunkte an und verüben Anschläge. 

Die Gewalt hat sich auf beiden Seiten verschärft. Man beschuldigt sich gegenseitig als "Terrororganisation"; eine Verständigung scheint immer aussichtsloser.

Hinzukommt, dass die Verbreitung von COVID19 erheblich zugenommen hat; ein Impfprogramm zum Schutz der Bevölkerung kommt nur schwer in Gang.

Die Versorgungslage mit Lebensmitteln hat sich sehr zugespitzt; viele Bauern konnten wegen einer Fäulnis ihre Reisernte nicht einbringen, Textilfabriken wurden wegen COVID19 geschlossen, die Arbeiterinnen entlassen, Löhne nicht mehr gezahlt. Die Preise für Öl, Benzin  und Grundnahrungsmittel sind erheblich gestiegen.

Diese Entwicklungen haben sich natürlich auch auf unsere Projekte ausgewirkt. Es war schnell klar, dass wir die geplanten Maßnahmen zur beruflichen Bildung nicht durchführen konnten, sondern dass nun vor allem Existenzsicherung und Gesundheit vorrangig war.

Seit April hatten wir wieder stabilen Kontakt zu unseren Partnern vor Ort, so daß wir in Absprache mit den Bewohnern in Htan Tabin folgende Maßnahmen durchführen konnten: 

  1. Hilfszahlungen an Bauern: 81 Familien erhielten Einmalzahlungen zwischen 30€ und 182€, da sie wegen der Schließung der Märkte ihre Produkte nicht absetzen konnten. 337 Reisbauern wurden unterstützt, da eine Fäulnis ihre Ernte weitgehend vernichtet hatte.
  2. Lebensmittelversorgung: ca. 3.000 Bewohner in 26 Dörfern erhielten Grundnahrungsmittel; besonders wurden 138 Haushalte, die zu den ärmsten zählen, mit einer Sonderzahlung unterstützt.
  3. Lohnersatzzahlungen: 442 Personen, die ihre Arbeit in den Fabriken verloren hatten, wurden mit einer Einmalzahlung unterstützt.
  4.  Gesundheitsmaßnahmen: 2.900 Personen profitierten von Schutzmaßnahmen gegen COVID19 (Tests, Desinfektionsmittel, Masken, Hygieneartikel etc.). 13 an COVID19 erkrankte Patienten erhielten Zuschüsse für ihre Behandlung. 

Die Auswahl der bedürftigen Personen erfolgte nach festgelegten Regeln: die Notlage mußte glaubwürdig nachgewiesen werden; die Entscheidung über die Unterstützung wurde vor Ort nach Vier- Augen-Prinzip getroffen.

Diese Maßnahmen haben wir schrittweise zwischen Mai und Dezember  2021 durchgeführt.

  

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Unser Stipendiat Toe Wai an der Sagaing University hat auch jetzt Anfang 2022 sein Studium noch nicht wieder aufgenommen. Die Hochschulen sind teils geschlossen, teils werden sie bestreikt. Toe Wai lebt bei seiner Familie auf dem Dorf, von wo er sich regelmäßig meldet.  Wir unterstützen ihn weiterhin, allerdings mit einem gekürzten Betrag. 

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Mit Mitarbeitern von BAAN DOI habe ich im März 2020 in Mae Sai im Grenzgebiet von Thailand, Myanmar und Laos mehrere Familien besucht, die im Rahmen des Familienförderprogramms unterstützt werden (Näheres unter Projekte VI). 

Für die Neuaufnahme in das Programm  besuchten wir die Familie von  Loi (Name geändert). Loi  ist 11 Jahre alt und geht in die 5.Klasse; seine Versetzung in die 6. Klasse ist nicht gesichert, denn er geht nicht gern zur Schule und macht nur ungern Hausaufgaben. Da seine Mutter an HIV gestorben ist, lebt er bei Onkel und Tante in einem 6 Personen Haushalt. Sein Vater ist an Luftröhrenkrebs operiert; er arbeitet im Sicherheitsdienst in Bangkok und unterstützt die Familie soweit es geht. Die Ferien verbringt Loi bei seinem Vater in Bangkok, worauf er sich immer sehr freut. Der Familie stehen aus eigenem Verdienst täglich ca. 20€ zur Verfügung, das reicht weder für eine gesunde Ernährung noch für medizinische Versorgung , Medikamente und Schulgeld.

Baan Doi wird die Familie daher mit ca. 50€ pro Monat unterstützen sowie dabei beraten, wie sie mit Hühnern oder Gemüseanbau ein kleines eigenes Einkommen erwirtschaften kann. 

Uns liegt sehr viel daran, dass die Familien dabei unterstützt werden, schrittweise ein eigenes Einkommen z.B. durch Kleingewerbe, Schweinezucht, Handarbeit zu erwirtschaften, damit sie aus der Daueralimentierung  herauskommen und irgendwann auf eigenen Füßen stehen können.

Während der Corona Krise werden die Familien mit Gesichtsmasken, Handschuhen, Desinfektionsmitteln und anderen Schutzmitteln unterstützt. Zehn Familien bekommen einen Extra Zuschuss für Gartenbau und den Kauf von Hühnern. Die Familien können sich auch biologischen Reis von der Farm von Baan Doi bringen lassen.