Aktuelles

 

Myanmar heute

Andauernder Rohingya-Konflikt, Militäraktionen, Menschenrechtsverletzungen, Demokratiedefizit, Behinderung von freier Berichterstattung – das sind die häufigsten Schlagzeilen, mit denen gegenwärtig über Myanmar berichtet wird.

Aber es gibt auch ein anderes Myanmar: nämlich das tägliche Leben in Stadt und Land. Wie haben sich in den letzten Jahren der Lebensstandard,  der Zugang zu sauberem  Wasser und Strom, wie haben sich Berufstätigkeit, Mobilität, Bildung und Telekommunikation entwickelt? Auskunft darüber gibt ein Bericht des Ministry of Planning and Finance von 2018 (aus Frontier Myanmar 6.8.18 und Myanmar Times 28.6.19):

  • Die Armutsrate sich in 12 Jahren fast halbiert: von 48% in 2005 auf 25% in 2017. Als arm gilt wer ca. 1€ (= K 1.500) pro Tag zum Leben hat. Deutliche Unterschied gibt es zwischen Stadt (11%) und Land (30%).
  • Die Zahl der Haushalte, die über Elektrizität verfügen, hat sich verdoppelt: 42% aller Haushalte sind jetzt an das nationale Netz angeschlossen, fast doppelt so viele wie 2005. 
  • Zugang zu sauberem Wasser haben jetzt  83% aller Haushalte gegenüber 66% in 2005. 6% aller Haushalte haben noch keine eigene Toilette, 2014 waren es noch 14%.
  •  Die Zahl der berufstätigen Frauen hat sich von 49% in 2005 auf 55% in 2017 erhöht.
  •  2017 gehen mehr Kinder im Alter von 10-14 Jahren zur Schule als noch 2005: nämlich 91% statt 58%.
  •  Während 2005  25% aller Haushalte einen Fernseher und 9% ein Motorrad hatten, besitzen dies  50% aller Haushalte im Jahr 2017.
  • Rasant hat sich der Besitz von Mobiltelefonen entwickelt: 2005 hatten 0,4% eins , in 2017 sind es 93%. Fast alle benutzen das Internet täglich.

 

 

Im Januar/Februar 2019 habe ich unsere Projekte in Myanmar und Thailand besucht. 

Im Dorf Htan Tabin bei Yangon läuft seit August 2018 das Computertraining "Train the Youth". 65 Jugendliche im Alter von 14-18 Jahren haben bislang an den Grund- und Aufbaukursen teilgenommen (Näheres unter Projekte).

 

 Vor Ort habe ich mich -anhand der vorgelegten Dokumentationen- davon überzeugt,

  • dass die Anmelde- und Teilnahmelisten sorgfältig geführt werden,
  • dass die Kursinhalte und Trainerqualifikation den Vorgaben entsprechen,
  • dass die Teilnahmegebühren und Zertifikate ordnungsgemäß quittiert und ausgestellt werden.

Mit diesen Kenntnissen und Kompetenzen haben die jungen Leute bessere Chancen, sich um qualifizierte Jobs zu bewerben. Wir werden beobachten, inwieweit dies gelingt.

Im Gespräch mit dem Dorfkommittee wurde der Wunsch geäußert, das Training fortzuführen und auch für die Erwachsenen zu öffnen. Sobald der Abschlußbericht vorliegt, werden wir darüber entscheiden.

 

 

Mit Mitarbeitern von BAAN DOI habe ich in Mae Sai im Grenzgebiet von Thailand, Myanmar und Laos mehrere Familien besucht, die im Rahmen des Familienförderprogramms unterstützt werden (Näheres unter Projekte). 

In einem Dorf beim Goldenen Dreieck waren wir bei Sky (Name geändert); sie ist 10 Jahre und lebt mit HIV. Sky hat ihre Mutter verloren, als sie ein Jahr alt war; seitdem lebt sie zusammen mit ihrem Vater, der mit HIV infiziert ist, und ihren Großeltern. Der Vater ist auf einem Auge blind; mit Gelegenheitsjobs versorgt er die Familie, kümmert sich liebevoll um seine Tochter und sorgt dafür, dass sie regelmäßig ihre Medizin einnimmt. Da beide  keine thailändische Staatsangehörigkeit haben, erhalten sie auch keine staatlichen  Sozialleistungen. Durch die Unterstützung von BAAN DOI ist die Schulbildung und medizinische Versorgung von Sky gesichert.

Wir überlegen z.Zt., wie die Familien noch stärker wirtschaftlich und damit auch psychisch  stabilisiert werden können, indem sie ein eigenes Einkommen z.B. durch Kleingewerbe, Schweinezucht, Handarbeit erwirtschaften. Schließlich steht das Wohlergehen der Kinder und Familien in Wechselwirkung miteinander.