Aktuelles

Zur aktuellen Lage in Myanmar (Stand Nov. 2022) 

Seit dem Militärputsch am 1.2.2021 ist die Situation im Lande sehr angespannt und unübersichtlich. Während das Militär in einigen Regionen die Oberhand hat, kämpfen in anderen Landesteilen ethnische Gruppen und burmesische Widerstandskämpfer, die sich als People's Defense Forces (PDFs) organisiert haben, gegen das Militär. Die Kämpfe werden von  beiden Seiten mit äußerster Brutalität und mit vielen Toten und Verletzten geführt.

Als rechtmäßige  Regierung hat sich die National Union Government (NUG) im Untergrund formiert und bemüht sich um internationale Anerkennung.  

Die öffentlichen Einrichtungen (Schulen, Universitäten, Krankenhäuser, Behörden etc.) arbeiten teils normal, teils werden sie bestreikt, teils erscheinen nur einige Angestellte zur Arbeit. Durch viele Familien und Dörfer geht ein tiefer Riss zwischen denen, die sich mit den Verhältnissen arrangieren und denen, die erbittert dagegen kämpfen.

Die Preise für Grundnahrungsmittel, für Reis sowie Öl und Benzin haben sich fast verdoppelt, so daß  viele Menschen in große Not und Armut geraten sind.

Beobachter gehen davon aus, dass sich auf absehbare Zeit an der Herrschaft des Militärs nichts ändern wird. Daran werden wohl auch die für 2023 in Aussicht gestellten Wahlen nichts ändern. 

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 Neues Projekt

 Viele Jugendliche in den Slumgebieten am Rande von Yangon erhalten weder eine geregelte Schulbildung geschweige denn eine Berufsausbildung. Deswegen finanzieren seit November 2022 eine Schneidereiausbildung für 40 junge Frauen. Die Ausbildung findet in zwei Durchgängen mit je 20 Teilnehmerinnen statt und dauert jeweils drei Monate (an sechs Tagen in der Woche von 9-17h). Mit dem Abschlusszertifikat haben sie gute Chancen auf eine einkommenschaffende Beschäftigung. Näheres s. Projekt III.

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Traurige Nachricht aus Yangon

Anfang Mai erhielt ich die traurige Nachricht, daß Ma Thandar Phu, die langjährige lokale Mitarbeiterin im Büro der Welthungerhilfe in Yangon verstorben ist. Thandar hat unsere Projekte seit 2014 konzipiert und betreut. Sie hat mich bei allen Besuchen in Htan Tabin begleitet, die Treffen mit dem Dorfkomitee vorbereitet, bei den Gesprächen gedolmetscht und die Absprachen umgesetzt. Sie war sehr verläßlich, umsichtig und fürsorglich. Ich behalte diese reibungslose  Kooperation in guter Erinnerung und werde Thandar sehr vermissen.