Aktuelles

Rückblick auf das Jahr 2021

Das Jahr 2021 begann insofern verheißungsvoll, da sich nach den strengen Corona Maßnahmen das Alltagsleben schrittweise wieder zu normalisieren begann.

Der Militärputsch vom 1. Februar kam dann für die einen völlig überraschend, für andere war er vorhersehbar. Seitdem befindet sich das Land in einem permanenten Ausnahmezustand.

Das Militär versucht, mit brutaler Gewalt die Kontrolle über das Land zu gewinnen, was ihm bislang nicht gelungen ist. Große Teile der Bevölkerung widersetzen sich dem durch Streiks, Boykotte und Demonstrationen; andere haben sich bewaffnet, greifen Militärstützpunkte an und verüben Anschläge. 

Die Gewalt hat sich auf beiden Seiten verschärft. Man beschuldigt sich gegenseitig als "Terrororganisation"; eine Verständigung scheint immer aussichtsloser.

Hinzukommt, dass die Verbreitung von COVID19 massiv zugenommen hat; ein Impfprogramm zum Schutz der Bevölkerung kommt nur schwer in Gang.

Die Versorgungslage mit Lebensmitteln hat sich sehr zugespitzt; viele Bauern konnten wegen einer Fäulnis ihre Reisernte nicht einbringen, Textilfabriken wurden wegen COVID19 geschlossen, die Arbeiterinnen entlassen, Löhne nicht mehr gezahlt. Die Preise für Öl, Benzin  und Grundnahrungsmittel schießen in die Höhe.

Diese Entwicklungen haben sich natürlich auch auf unsere Projekte ausgewirkt. Es war schnell klar, dass wir die geplanten Maßnahmen zur beruflichen Bildung nicht durchführen konnten, sondern dass nun vor allem Existenzsicherung und Gesundheit vorrangig war. Nachdem wir seit April wieder stabilen Kontakt zu unseren Partnern vor Ort hatten, haben wir daher in Absprache mit den Bewohnern in Htan Tabin uns konzentriert auf 

  1. Hilfszahlungen an Bauern wegen ihrer Ernteverluste: 81 Familien erhielten  Einmalzahlungen zwischen 30€ und 182€. 
  2.  Lebensmittelversorgung und Lohnersatzzahlungen: ca. 3000 Bewohner in 26 Dörfern erhielten finanzielle Unterstützung; besonders wurden 138 Haushalte, die zu den ärmsten zählen, mit einer Sonderzahlung unterstützt.
  3.  Gesundheitsmaßnahmen: ca.1800 Personen profitierten von Schutzmaßnahmen wegen COVID19 durch Kauf von Masken, Tests, Desinfektionsmitteln etc. 

Diese Maßnahmen haben wir schrittweise seit Juni 2021 umgesetzt. 

Die Auswahl der bedürftigen Personen erfolgte nach festgelegten Regeln: die Notlage mußte glaubwürdig nachgewiesen werden; die Entscheidung über die Unterstützung wurde vor Ort nach Vier- Augen-Prinzip getroffen.

 

Ausblick auf 2022

Wir planen in 2022 wieder zum eigentlichen Zweck unseres Engagements in Myanmar zurückkehren zu können, nämlich der Förderung beruflicher Bildung. Wir sind z.Zt. dabei mit unseren Partnern vor Ort Projekte zu entwickeln, die unter den gegenwärtigen Umständen möglich sein könnten. Sobald sich Konkretes ergibt, werden wir hier berichten. 

 

Unser Stipendiat Toe Wai an der Sagaing University hat auch 2021 sein Studium noch nicht wieder aufgenommen. Die Hochschulen sind teils geschlossen, teils werden sie bestreikt. Toe Wai lebt bei seiner Familie auf dem Dorf, von wo er sich regelmäßig meldet.  Wir unterstützen ihn weiterhin. 

 

 

 

 

 

 

Besuch 2020 - Corona Virus

Im Februar/März 2020 habe ich -wie jedes Jahr- unsere Projekte in Myanmar und Thailand besucht.

Mit dem Dorfkommittee in Htan Tabin bei Yangon haben wir über die guten Ergebnisse des Projektes  Computertraining "Train the Youth" gesprochen. 107 Jugendliche (49M/58F) haben erfolgreich an den Kursen von Juli 2018 bis August 2019 teilgenommen  und über 50%  haben anschließend einen Job gefunden. (Näheres unter Projekte sowie Foto unten).

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Anfang April hat das Corona Virus auch in Myanmar das öffentliche Leben zum Erliegen gebracht; Kindergärten, Schulen, Universitäten, Geschäfte, Restaurants, Büros etc. wurden geschlossen. Diese Maßnahmen wirkten sich natürlich auch auf die  Dörfer in Htan Tabin aus. Alle Arbeiterinnen in den Textilfabriken wurden entlassen, da der Materialnachschub aus China ausblieb und die internationale Nachfrage einbrach. Während die  Reisbauern ihre Ernte noch zu günstigen Preisen an die Regierung verkaufen konnten, blieben die Gemüse- und Obstbauern auf ihren Produkten sitzen, da die Märkte geschlossen waren und die Käufer ausblieben. Viele Kleinbauern mit ihren Familien sind in ihrer Existenz bedroht.

Um die Folgen dieser Notlage abzumildern, haben wir einen Corona-Nothilfe-Fonds eingerichtet. Daraus konnten bis Ende 2020  in Absprache mit dem Dorfkommittee folgende Maßnahmen durchgeführt werden:

Hilfszahlungen an Bauern, die keine Einkünfte erzielen konnten und fast vor dem Ruin stehen; ca. 251 Haushalte werden unterstützt. Der Zuschuss liegt im Durchschnitt bei 41€. Der höchste Zuschuss beträgt 150€., der niedrigste 30€. Die Vergabe der Mittel erfolgt nach Prüfung der Bedürftigkeit und  Besuchen vor Ort; entschieden wird nach 4-Augen-Prinzip.

Gesundheitsmaßnahmen: es wurden fast 5000 Masken hergestellt sowie  Desinfektionsmittel, Schutzkleidung, Medikamente und Testmaterial besorgt; ca. 25.000 Personen in den Dörfern profitieren davon.


  Auch unserer Stipendiat Toi Wai an der Sagaing University hat sich gemeldet und mitgeteilt, dass die Universität geschlossen ist und er deswegen zu seiner Familie aufs Dorf gefahren ist. Wann das Semester wieder weitergeht ist unsicher. An dieser Situation hat sich auch bis Anfang 2021 nichts geändert.

 

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Mit Mitarbeitern von BAAN DOI habe ich in Mae Sai im Grenzgebiet von Thailand, Myanmar und Laos mehrere Familien besucht, die im Rahmen des Familienförderprogramms unterstützt werden (Näheres unter Projekte). 

Für die Neuaufnahme in das Programm  besuchten wir die Familie von  Loi (Name geändert). Loi  ist 11 Jahre alt und geht in die 5.Klasse; seine Versetzung in die 6. Klasse ist nicht gesichert, denn er geht nicht gern zur Schule und macht nur ungern Hausaufgaben. Da seine Mutter an HIV gestorben ist, lebt er bei Onkel und Tante in einem 6 Personen Haushalt. Sein Vater ist an Luftröhrenkrebs operiert; er arbeitet im Sicherheitsdienst in Bangkok und unterstützt die Familie soweit es geht. Die Ferien verbringt Loi bei seinem Vater in Bangkok, worauf er sich immer sehr freut. Der Familie stehen aus eigenem Verdienst täglich ca. 20€ zur Verfügung, das reicht weder für eine gesunde Ernährung noch für medizinische Versorgung , Medikamente und Schulgeld.

Baan Doi wird die Familie daher mit ca. 50€ pro Monat unterstützen sowie dabei beraten, wie sie mit Hühnern oder Gemüseanbau ein kleines eigenes Einkommen erwirtschaften kann. 

Uns liegt sehr viel daran, dass die Familien dabei unterstützt werden, schrittweise ein eigenes Einkommen z.B. durch Kleingewerbe, Schweinezucht, Handarbeit zu erwirtschaften, damit sie aus der Daueralimentierung  herauskommen und irgendwann auf eigenen Füßen stehen können.

Während der Corona Krise werden die Familien mit Gesichtsmasken, Handschuhen, Desinfektionsmitteln und anderen Schutzmitteln unterstützt. Zehn Familien bekommen einen Extra Zuschuss für Gartenbau und den Kauf von Hühnern. Die Familien können sich auch biologischen Reis von der Farm von Baan Doi bringen lassen.