Unsere Fördermaßnahmen beruhen auf dem Prinzip Hilfe zur Selbsthilfe. Wir vertrauen auf die Fähigkeiten und Kompetenzen der Menschen vor Ort. Wir sind davon überzeugt, dass eine dauerhafte und stabile Verbesserung der Lebensverhältnisse vor allem aus eigener Kraft gelingen kann. Daher verteilen wir keine Almosen, sondern unterstützen Programme, in denen die Selbstverantwortung und Eigeninitiative der Teilnehmer gefördert und gefordert werden.
A. Laufende Projekte:
1. Schulbau in Ba Maw (2026)
Das Dorf Ba Maw liegt ca. 125km südlich von Yangon im Delta des Irrawaddy. Dort leben ca. 270 Familien. Sie leben hauptsächlich vom Reisanbau und Fischfang. Das monatliche Durchschnittseinkommen beträgt ca. 65€. Die Dorfschule ist alt und inzwischen viel zu klein für die 120 Kinder des Dorfes. Deswegen bauen wir eine neue Schule, damit alle Kinder vom Kindergarten bis zur 8.Klasse in eigenen Räumen unterrichtet werden können.
Gemäß unserem Prinzip Hilfe zur Selbsthilfe beteiligen sich die Dorfbewohner daran; sei es durch Mitarbeit, sei es durch Geldbeiträge für das Material.
Die Schule wurde im Februar 2026 fertiggestellt. Sie wird heißen: Dietrich and Gunda School.
Wir arbeiten hier zusammen mit Stiftunglife.
Wir engagieren uns auch im Landkreis Htan Tabin, ca. 40km nordwestlich von Yangon. Die Menschen leben dort in großer Armut; die meisten arbeiten als Tagelöhner in der Landwirtschaft. Viele Familien sind verschuldet, da Geldverleiher bis zu 20% Zinsen nehmen.
Unter Anleitung der Welthungerhilfe haben sich 51 Dörfer mit ca. 4.500 Bewohnern zu Dorfgemeinschaften zusammengeschlossen.
Die Situation für Jugendliche ist katastrophal: Ausbildung gibt es nicht, Arbeit nur im Randgürtel von Yangon. Deswegen versuchen wir Jugendliche vor Ort zu halten und für einkommensschaffende Tätigkeiten zu qualifizieren.
Sitzung der Dorfgemeinschaft im Landkreis Htan Tabin
2. Jugendliche werden Unternehmer (August bis Dezember 2023; Mai bis September 2024; August bis Oktober 25)
Nachdem ein ähnliches Projekt erfolgreich in Mandalay durchgeführt wurde, haben wir uns - in Absprache mit der Welthungerhilfe und dem Dorfkommitee vor Ort - entschlossen, dieses Projekt auch in Htan Tabin zu starten.
Zielgruppe sind 30 arbeitslose Jugendliche im Alter von 18-30 Jahren; das Projekt läuft von August bis Dezember 2023.
In den ersten zwei Wochen lernen die Teilnehmer, wie man aus Naturprodukten Seife, Shampoo, Snacks, Konfitüre, Pickles etc. herstellt. Diese Produkte sollen sie dann auf den lokalen Märkten verkaufen. Dazu erhalten sie im zweiten Schritt ein einwöchiges business-training dazu, was man als Kleinunternehmer so braucht: Marktanalysen, Preisfestsetzung, Werbung und Marketing, Vertrieb, Kundengewinnung, Kalkulationen, Buchführung etc.
Mit diesen Kentnissen und konkreten Erfahrungen sollen sie befähigt und ermutigt werden, später allein oder mit anderen ein Unternehmen zu gründen, das ihnen langfristig eine stabiles Einkommen ermöglicht.
Ziel des Projektes ist es also, sowohl die individuelle berufliche Qualifizierung der Teilnehmer zu stärken als auch zur ökonomischen Entwicklung der Region um Htan Tabin beizutragen.
Das erfolgreiche Konzept haben wir in einem neuen Folge Projekt umgesetzt:
Traditional Crafts Slipper Making
25 überwiegend arbeitslose Teilnehmer (zwischen 18-35 Jahren) lernen, die lokal sehr beliebten slipper (statt flip-flops) in unterschiedlichen Mustern, Größen und Designs für Männer, Frauen und Kinder herzustellen.
Sie werden nicht nur in den erforderlichen handwerklichen Techniken ausgebildet, sondern erhalten auch ein Business-Training, um evtl. allein oder mit anderen ein Kleinunternehmen zu gründen; dazu gehören Marktanalysen, Preisfestsetzung, Werbung und Marketing, Vertrieb, Kundengewinnung, Kalkulationen, Buchführung etc. Ziel ist es auch hier, die Grundlagen für ein eigenes Einkommen zu schaffen. Das Projekt läuft von Mai bis September 2024.
Nach Abschluß des Projektes hat jeder Teilnehmer durch Herstellung und Verkauf seiner slipper im Durchschnitt ca. 37€ an Einkommen erzielt (der Höchstverdienst betrug 86€). Für viele ist diese Ausbildung ein Einstieg, allein oder mit anderen ein kleines Unternehmen zu gründen. Dabei werden sie weiterhin mit Material und Beratung unterstützt.
Ein Bericht über das Projekt findet sich im Magazin der Welthungerhilfe S.4f. Das Magazin 04/2024 - Welthungerhilfe : "So wird ein Schuh draus".
Da das Projekt in 2024 erfolgreich verlaufen ist, haben wir es in 2025 fortgesetzt. 13 Teilnehmer haben von August bis Oktober die Ausbildung durchlaufen und damit eine einkommensschaffende Tätigkeit erlernt, die sie über den Kurs hinaus zuhause ausüben, um die Lebenssituation Ihrer Familien langfristig zu verbessern.
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3. Schneidereiausbildung für junge Frauen im Slumgebiet von Yangon (ab November 2022)
Die Urbanisierung bringt es mit sich, daß immer mehr arme Familien sich in informellen Siedlungen am Rande von Yangon ansiedeln. In diesen Slumgebieten haben Jugendliche kaum eine Chance auf Schul- oder gar Berufsausbildung. Um den besonders benachteiligten Frauen eine Qualifikation und spätere Einkommensperspektiven zu ermöglichen, führen wir für 40 junge Frauen eine Schneidereiausbildung durch. Die Ausbildung findet in zwei Durchgängen mit je 20 Teilnehmerinnen statt und dauert jeweils drei Monate (an sechs Tagen in der Woche von 9-17h). Nähmaschinen sind aus einem früheren Projekt vorhanden. Bei erfolgreicher Teilnahme gibt es ein Zertifikat. Das Interesse an der Schneidereiausbildung ist auch 2024, 2025 und 2026 so groß, daß wir das Projekt fortsetzen und ausbauen. Es wird nun auch einen Fortgeschrittenenkurs geben.
Im Abschlußbericht für 2024 heißt es: the program has made a significant impact on the lives of vulnerable youth in Myanmar, equipping them with skills for employment and self-employment; the program achieved strong outcomes with many trainess finding work or starting their own businesss. Bezogen auf die Absolventen bedeutet dies:
- 5 Personen wollen eine eigene Schneiderei eröffnen,
- 8 Personen suchen sich Arbeit in einer Fabrik,
- 1 Person wird in einer Schneiderei mitarbeiten,
- 4 Personen werden in einem Aufbaukurs ihre Fähigkeiten erweitern.
Wir arbeiten hier mit dem lokalen Projektbüro von SONNE-International zusammen.
4. Altenheim des Ordens "Sister of the Poor" (ab April 2022)
In Yangon gibt es so gut wie keine Altenheime, Pflegeeinrichtungen oder gar Seniorenresidenzen.
Gemäß asiatischer Tradition leben alte Menschen in ihren Familien und werden von Kindern, Enkeln oder anderen Angehörigen versorgt und auch gepflegt. Dennoch gibt es auch Menschen, die keine Verwandten haben oder den Kontakt zu ihren Familien verloren haben. Es sind die Armen, die im Rinnstein aufgelesen werden oder die aus dem Krankenhaus entlassen werden und nicht wissen wohin…
5. Familienförderprogramm Baan Doi (seit 2018)
BAAN DOI — Kinderhaus am schönen Berg ist eine NGO in Mae Sai, der nördlichsten Stadt Thailands im goldenen Dreieck an der Grenze zu Myanmar und Laos. Das Ziel ist es ,
Waisen sowie benachteiligte Kinder und Familien in der Provinz Chiang Rai so zu unterstützen, dass sie die Aussicht haben auf eine gesunde Entwicklung sowie gute Bildung für eine positive Zukunft.
Das BAAN DOI Kinderhaus bietet speziell Waisenkindern oder Kindern, die in ihrem Umfeld in Gefahr sind, ein sicheres Zuhause und eine liebevolle Familie.

Da es im allgemeinen am besten ist, wenn Kinder in ihren Familien aufwachsen, hat BAAN DOI zusätzlich ein Familien-förderprogramm aufgebaut. Es ermöglicht Waisen- und Halbwaisenkindern, die aus sehr armen Verhältnissen kommen, bei ihren Verwandten bleiben zu können. Die Familien sind häufig Angehörige der Bergstämme, Migranten oder Flüchtlinge aus den angrenzenden Ländern. Sie haben meist keinen Zugang zu Gesundheitsfürsorge, Schulbesuch und Arbeitsmöglichkeiten. Sie leben unter ärmlichsten Bedingungen und haben kaum Aussicht, sich aus der Armut befreien zu können.
Die Familien werden intensiv gefördert und ausgebildet in einkommensschaffenden Tätigkeiten:

Langfristiges Ziel des Programms ist es, den Familien eine schrittweise Integration in die thailändische Gesellschaft und eine gesicherte wirtschaftliche Zukunft auf eigenen Beinen zu ermöglichen. In 2024 werden 63 Kinder in Familien unterstützt; davon besuchen 24 die Mittelschule, 22 die Unterstufe, 9 gehen zur Hochschule und je 4 gehen zum Kindergarten oder machen eine Berufsausbildung.
Eine Familie im Familienförderprogramm wird pro Monat durchschnittlich mit ca.50€, im Jahr also mit ca. 600€ unterstützt.
Wir arbeiten hier mit BAAN DOI zusammen.
B. Abgeschlossene Projekte
Aufgrund der aktuellen Situation in Myanmar, der Ausgangssperren und möglicher neuer COVID-19-Wellen ist die Gesundheitsversorgung kaum noch funktionsfähig. Jeder Krankenhausbesuch birgt ein Risiko. Viele können sich ohnehin einen Arztbesuch, Medikamente oder gar Krankenhausaufenthalt wegen der hohen Kosten nicht leisten. Ein Arztbesuch kostet im Durchschnitt 3€; das entspricht dem gesetzlichen Mindestlohn pro Tag. Daher hat die Dorfgemeinschaft einen Gesundheitsfonds gegründet, in den jeder nach seinen Möglichkeiten einzahlt. Dafür erhalten Familien im Krankheitsfall eine Unterstützung teils als Zuschuss teils als Kredit. Bisher haben wir den Beitrag der Dorfgemeinschaft mit Zuschüssen ergänzt, damit der Gesundheitsfonds ausreichend gefüllt ist.
Angesicht der jetzigen katastrophalen Situation richten wir einen Sonderfonds ein, um ein System zur häuslichen Pflege aufzubauen. Insbesonders chronisch kranke Personen können so mithilfe einer Pflegekraft zuhause medizinisch betreut und auch versorgt werden. Davon werden etwa 4% der Bewohner von Htan Tabin, also knapp 200 Patienten profitieren. Die ersten drei Tage sind kostenlos, danach wird ein Eigenbeitrag fällig.
Im Rahmen früherer Projekte sind Jugendliche bereits zu Pflegekräften ausgebildet worden. Damit sie diese Fähigkeit weiterhin nutzen können, werden ca. 10 Personen für diese Aufgaben angestellt und können so ein eigenes Einkommen erzielen. Der Tagessatz für eine Krankenschwester beträgt ca. 10€ (Stand März 2022).
Langfristig soll sich das Pflegesystem selber tragen und zu einer besseren Gesundheitsversorgung in Htan Tabin beitragen.
2. Berufliche Qualifizierung für Jugendliche (Juli 2022 bis Juli 2023)
Im Rahmen einer Studie vor Ort haben unsere Projektmitarbeiter die Bedürfnisse und beruflichen Möglichkeiten für die Jugendlichen In Htan Tabin recherchiert. Als Ergebnis dieser Untersuchung werden wir 100 Jugendliche zwischen 18 nund 25 Jahren beruflich qualifizieren und zwar in folgenden Fächern, die gute Berufschancen bieten:
- Computerkenntnisse: Word, Excel, etc.; Sprachen: Englisch bzw.Chinesisch; Medizinisch-pflegerische Assistenz; Pharmazeutische Assistenz; Rechnungswesen; Computerunterstütztes Zeichnen.
Die Jugendlichen werden online an den Kursen teilnehmen; sie nutzen dazu z. T. die Computer, die wir 2019 für "Train the Youth" (s. B 3) angeschafft haben. Sie werden dabei von einem Projektkoordinator betreut.
Alle Kurse schließen mit einem Zertifikat ab. Wir rechnen damit, daß die Absolventen rasch eine Beschäftigung finden, um ein eigenes Einkommen zu erzielen.
Die beruflichen Perspektiven in Htan Tabin sind besonders für die Jugendlichen katastrophal. Daher haben wir das Projekt "Train the Youth" entwickelt. Es soll Jugendliche für den Umgang mit PC und Internet fit machen, damit sie sich auf bessere Jobs bewerben können. Im Grundkurs lernten sie den Umgang mit Word, Excel, Powerpoint und email-Kommunikation sowie Lebensläufe und Bewerbungsschreiben digital zu erstellen. Im Aufbaukurs spezialisierten sie sich auf Advanced Excel, Desktop Publishing, Graphic Design. 107 Jugendliche im Alter von 14-18 Jahren (49M/58F) haben erfolgreich an den Kursen von Juli 2018 bis August 2019 teilgenommen.
In einer Nachbefragung ergab sich, dass über 50% anschließend einen Job gefunden haben als Bibliothekar, Lehrer, Büroangestellter, Techniker, Fabrikarbeiter etc. Das ist im Vergleich mit ähnlichen Projekten ein sehr gutes Ergebnis.
Ein Computer kostet 400€; ein Trainer erhält pro Tag 17€. (Stand 2018)
Wir haben diese Projekte mit der Welthungerhilfe duchgeführt, die sich schon seit vielen Jahren in der Dorfentwicklung von Htan Tabin engagiert (https://www.youtube.com/watch?v=S8cp3kBbtK8).
4. Stipendienprogramm: Studentenförderung von Toe Wai
(2018 bis 2025)
In Myanmar gibt es viele begabte Schüler in ländlichen Gegenden, die ein erstklassiges Abitur ablegen und dann wieder auf die Reisfelder in ihren Dörfern gehen, weil den meisten Eltern das Geld zum Studium fehlt. So verhält es sich auch mit Toe Wai. 2018 hat er im Alter von 16 Jahren (in Myanmar gibt es nur 11 Schuljahre) sein Abitur gemacht und sich um ein Stipendium für ein Lehramtsstudium beworben. In seinem Bewerbungsschreiben heißt es: "I do the best for my teaching-learning situation. I try to produce better scholars than before to become a good citizen for my country". Nun studiert Toe Wai Lehramt an der Sagaing University of Education.
Mit 1.200 Euro Stipendium im Jahr können wir ihm das Studium ermöglichen. Wir arbeiten hier mit der Organisation stiftunglife zusammen, die ein umfangreiches Förderprogramm für Kinder, Schulen und Studenten in Myanmar betreibt.
Im Oktober 2025 hat Toe Wai sein Studium erfolgreich abgeschlossen. Wir gratulieren!!